s c h m e r l o g r a p h i e

Lichtbildmalerei 


Photographie zwischen Licht, Bild und Malerei.
Verschmelzen von Formen und Farben.
Versetze die sichtbare Welt in einen neuen Aggregatzustand -
und die Materie verändert sich fließend und pulsierend zu reiner Emotion,
die Elemente und Konturen zu einer neuen Einheit  verbindet.
Das Spiel und die Kraft von Licht und Farbe formen das Motiv.

Gleich einem Seismograph werden Schwingungen der Objekte aufgezeichnet und bringen sie zum Atmen.                                                                                                                                                                     





I n t r o


Dem Griechischen entlehnt bezeichnet der Begriff  "Photographie" das Zeichnen mit Licht, was in besonderem Maße für die hier veröffentlichen Lichtbildmalereien zutrifft.

Das Zerfließen von Formen und Farben verleiht hierbei den als "schmerlographien" bezeichneten Photographien einen malerischen Aspekt. Die in Bewegung geratenen Elemente dehnen Raum und Zeit und lassen durch das Verschieben und Überlagern der Konturen eine dreidimensionale, ja verblüffend räumliche Wirkung empfinden.
  "schmerlographien" sind als Zeitbilder zu verstehen, Zeit drückt sich direkt in Bewegung aus, die energetische Kraft des Lichts wird zum zentralen Motiv:

"Erkenne, das alles, was du siehst, in Bewegung ist und folge dieser mit dem Auge unter Einsatz von Körper und Geist".

Um das Motiv der Bewegung ins Bild zu bringen, werden lange Belichtungszeiten verwendet und die Kamera im Moment der Aufnahme bewegt. Intuitiv fällt die Entscheidung über die Länge der Belichtungszeit. Der Prozess des Fotografierens folgt dem kalkulierten Zufall. Das impulsive Auslösen, die Stärke des auslösenden "inneren Rucks" ist gleichermaßen ein Gradmesser für die Tiefe des Empfindens und reduziert das Gesehene auf das Essentielle in Form einer abstrakten Abbildung.

Befreit von allem überflüssigen bleibt nur das sichtbar, was wesentlich der Steigerung der empfundenen Wahrnehmung dient und sich als Erinnerung im Gedächtnis festsetzt:
"Nicht was ich sehe fotografiere ich, sondern was ich im Augenblick des Auslösens in meinem Inneren empfinde".

Photographie hat keinen rein dokumentarischen Charakter, sie schafft vielmehr ihre eigene Realität. Sie abstrahiert, sie reduziert Zeit, Raum, Temperatur, Akustik und Haptik auf zwei Dimensionen. Sie verdichtet das flüchtige Werk, sie konzentriert es, und die erneute Entfesselung findet im Kopf des Betrachter statt.

Als Ergebnis steht die Ästhetik der veränderbaren Form. Die aufgenommene Lichtspur, eine Spur der realen Welt, wird zum frei gestaltbaren Material. Eine malerische Vorgehensweise.
In der Phase der Aufnahme der Bilder werden die Faktoren Zeit und Bewegung aufs engste miteinander verwoben. Das eigene Bewegen in den Raum spielt hier eine wesenntliche Rolle. Die Farbe wird dabei zum suggestiven Bedeutungsträger: berauschend sinnlich oder so zart und transparent wie ein Aquarell. Sie lassen uns eintauchen in eine Welt sich verändernder Strukturen und Perzeptionen.


Bernhard Schmerl